Newsletter: Massive Umsatzrückgänge im Rechnungswesen durch KI & eRechnung prognostiziert
Dec 10, 2024
Liebe Leserin, lieber Leser!
In den letzten Wochen war ich immer wieder mit dem Thema konfrontiert - wir alle vermutlich: jetzt ändert sich alles!
KI & eRechnung - welche zauberhafte Treiber, die endlich Digitalisierung und Automatisierung auf höchstmöglicher Stufe erzwingen! Jubel, Trubel, Heiterkeit.
Ich sehe das nicht so.
Ich stand bereits vor 10 Jahren auf der Bühne und hab lauthals getönt: "Die Ära der Buchhalter ist vorbei! In 5 Jahren gibt es keine Buchhalter mehr!"
Was ist passiert?
Zuerst nix.
Dann sehr wenig.
Ich lag falsch mit meiner Behauptung.
Die bestehenden Prozesse und die allgegenwärtigen Systembrüche wurden sogar mehr.
Digitale Archive und Systeme bei Unternehmen wurden für den Steuerberater wieder ausgedruckt und in der Kanzlei für die Mitarbeiter wieder eingescannt. (Kein Scherz, leider viel zu oft tatsächlich so passiert)
Warum?
Weil es an der flächendeckenden Kompetenz fehlt, Prozesse zu visualisieren, zu definieren und an den richtigen Stellen, die richtigen Schnittstellen zu verwenden.
Folgende Grafik wird gerne verwendet, um die Auswirkung auf die Branche zu beschreiben und für etwas gute Laune zu sorgen.
Sie sehen im Grunde zwei Kurven, die den jeweiligen Umsatzverlauf über die Zeit widerspiegeln.
Die rote Linie steht für den Umsatz mit der klassischen Dienstleistung rund um Rewe und fällt (bedingt durch die Treiber KI & eRechnung) und die blaue Kurve steht für Prozessberatung und Digitalisierungsberatung und steigt über den Zeitverlauf.
Lassen Sie sich nicht täuschen. Mit der bevorstehenden Veränderung geht eine viel weitreichendere Veränderung einher.
(und: das wird alles viel länger dauern, als wir vermuten)
Ja.
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird der Umsatz im Bereich Datenvorbereitung, Digitalisierung, Abtippen von Belegen und damit im weiteren Sinne der Fibu- oder UVA-Umsatz sinken.
Ja.
Mit Sicherheit wird der Umsatz im Bereich Prozessberatung und Digitalisierungsberatung rund ums Rechnungswesen steigen.
Was diese Grafik aber immer vermittelt ist, dass in Summe der Umsatz ja gleich bleibt.
Auch das ist mathematisch richtig oder wahrscheinlich.
Was jedoch ganz oft nicht gesagt wird:
Die Umsätze in der Beratung werden durch ganz andere Menschen gemacht werden.
Die Menschen, die vorher Belege abgetippt haben, werden im Regelfall nicht die Menschen sein, die Prozesse neu designen.
Was heißt das konkret für Ihre Kanzlei? Im ersten Schritt nichts. Die Vielfalt von Skills haben Sie bereits heute bei Ihren Mitarbeitern. Es gibt jene die experimentierfreudiger sind als andere und jene die sehr gerne und gewissenhaft ihre Tasks abarbeiten.
Sie werden auch in Zukunft die Vielfalt an Menschentypen bei Ihnen in der Kanzlei brauchen.
Was Sie jedoch vermeiden sollten, ist es dem Wunsch nachzujagen, dass alle gleich sind und alle immer alles können müssen. Das wird nicht passieren. Jeder Ihrer Mitarbeiter hat spezielle Fähigkeiten und muss individuell geführt und entwickelt werden, entsprechend seiner Talente. Ist das kompliziert?
Komplizierter als früher, ja. Aber auch für diese individuelle Führung gibt es eine Schablone, nach der Sie vorgehen. Sie müssen also nicht bei jedem Mitarbeiter das Rad neu erfinden.
Führung baut auf einfachen Prinzipien auf:
1. Klare Verantwortungen
2. Ausreichend Zeitbudgets
3. Konkrete Umsetzung
(4. Standardisiertes Reporting der Schritte 1-3)
Mehr dazu finden Sie im Buch Kanzleierfolg ist planbar, im Seminar CFO AS A SERVICE, im 1-zu-1-Coaching, in der Masterclass, Details unter www.stefaneisl.com
Ich wünsche Ihnen viele schöne Momente beim Bilanz ziehen Ihrer heurigen Erfolge und Lehren.
Herzlichst
Ihr
Stefan Eisl